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Onkologische Forschung und Therapie am Medias-Klinikum

Die Klinik verfügt über insgesamt 36 Betten für die stationäre Behandlung onkologischer Patienten sowie die gesamte medizinische Infrastruktur, die zur Versorgung schwerkranker Patienten erforderlich ist. Ein Team international erfahrener Spezialisten für Onkologie sowie Fachärzte weiterer Disziplinen kümmern sich unter der ärztlichen Leitung von Prof. Dr. med. Karl Aigner um die Planung und Durchführung der verschiedenen onkologischen und begleitenden Therapien. Die Klinik ist zudem aktiv in Forschung und Wissenschaft, der Lehre sowie international in der Ausbildung von onkologischen Chirurgen. Kooperationen bestehen auf nationaler Ebene unter anderem mit den Universitätskliniken Gießen, Regensburg und Aachen. 

Spezialisiert auf innovative Therapieverfahren

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Am Medias-Klinikum kommen innovative Therapieverfahren wie die Regionale Chemotherapie (RCT), moderne Verfahren der Immuntherapie sowie die Hyperthermie zum Einsatz. Ziel dieser Therapien ist es, Tumore zu verkleinern, um entweder eine operative Entfernung zu ermöglichen oder die Lebenserwartung inoperabler Patienten zu verlängern. Vor allem bei Tumoren der Brust, des Kopf-Hals-Bereichs, der Lungen, des Pankreas, der Leber, der Blase sowie bei Weichteil-Sarkomen und Melanomen und dem metastasierten und chemoresistenten Ovarialkarzinom können insbesondere mit der RCT gute bis sehr gute Therapieergebnisse erzielt werden. Sie ermöglicht eine gezielte und spezifische Behandlung von Tumoren, bei der die Zytostatika über die den Tumor versorgenden Blutgefäße hochkonzentriert und regional begrenzt appliziert werden. Dadurch können vielfach höhere Konzentration der Zytostatika direkt im Tumorgewebe erreicht werden als bei einer systemischen Chemotherapie und beispielsweise Platinresistenzen durchbrochen werden.

Durch eine anschließende Chemofiltration nach der Tumorpassage können die Zytostatika wieder entfernt werden und gelangen so nicht in hoher Konzentration in den gesamten Blutkreislauf. Dadurch ist dieses Verfahren mit deutlich weniger Nebenwirkungen verbunden als eine systemische Chemotherapie. Auch können verschiedene Verfahren kombiniert werden. So ermöglicht die Elektrochemotherapie als Kombination der RCT mit der Elektroporation einen weiteren Konzentrationsanstieg von Zytostatika in den Tumorzellen. Insbesondere Patienten mit fortgeschrittenen Primärtumoren und komplexen Tumorrezidiven können von diesem Verfahren profitieren. Auch eine Kombination der RCT mit anschließender Immuntherapie ist vielversprechend.

Klinisch-onkologische Forschung am Medias-Klinikum

Zur Optimierung der Therapieverfahren werden am Medias-Klinikum zahlreiche klinische Studien durchgeführt, von denen viele bereits in international renommierten Fachzeitschriften publiziert werden konnten. Im Mittelpunkt der Studien stehen die Verbesserung der Lebensqualität sowie die Verlängerung der Überlebenszeit schwer- und schwerstkranker onkologischer Patienten. So konnte eine aktuelle Studie mit 97 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren zeigen, dass die intra-arterielle Infusions-Chemotherapie mit oder ohne isolierter Thoraxperfusion durch gute bis sehr gute Tumor-Ansprechraten eine effektive therapeutische Option für Patienten mit malignen Kopf-Hals-Tumoren auch bei Tumoren mit großer Ausdehnung und Metastasierung darstellt und sich durch geringe Nebenwirkungen positiv auf die Lebensqualität auswirkt (publiziert im Journal of Cancer Research and Clinical Oncology;siehe auch Beitrag in diesem Newsletter). In einer weiteren Studie konnte gezeigt werden, dass sich durch eine Regionale Abdominale Infusions-Chemotherapie die Platinresistenz rezidivierender Ovarialkarzinome in späten Stadien durchbrechen und substanzielle Tumorreduktionen erzielen ließen. Aktuell forscht die Klinik am Einsatz von individuellen Peptid-Vakzinen bei verschiedenen Tumorarten und der Optimierung der regionalen personalisierten Immuntherapie bei Kopf-Hals-Tumoren. 

Kornelia Aigner - Dipl.-Biologin:    Als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Medias Klinikums plant und betreut sie Studien zur regionalen Chemotherapie. Ihr Forschungsschwerpunkt ist der Immunstatus und das Tumormikromilieu während der Therapie. Außerdem leitet sie den Bereich “Personalisierte Medizin“.

Kornelia Aigner - Dipl.-Biologin:

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Medias Klinikums plant und betreut sie Studien zur regionalen Chemotherapie. Ihr Forschungsschwerpunkt ist der Immunstatus und das Tumormikromilieu während der Therapie. Außerdem leitet sie den Bereich “Personalisierte Medizin“.